Ohne Stress und Staub einfach nur den Schlüssel zum bezugsfertigen Haus entgegennehmen: Dieser Idealfall für Bauherren ist im Fertigbau der Normalfall. Das zeigt eine Erhebung des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF). Demnach werden rund 80 Prozent aller Fertighäuser schlüsselfertig übergeben.
Die Hersteller erledigen dann aus einer Hand Rohbau und Innenausbau des Eigenheims. Die Bauherren können nach der Hausabnahme einziehen, ohne dass weitere Arbeiten notwendig wären. „Immer mehr Bauherren entscheiden sich für diese Variante“, sagt BDF-Hauptgeschäftsführer Dirk-Uwe Klaas mit Blick auf die seit Jahren steigende Quote des schlüsselfertigen Hausbaus.
Dieser hat viele Vorteile. Ein Unternehmen koordiniert alle Leistungen, von der Hausplanung über die Herstellung des Rohbaus bis zum Innenausbau. Ein Bauleiter steht den Bauherren als zentraler Ansprechpartner zur Verfügung. Er leitet gemeinsam mit dem Baustellen-Polier das Fachpersonal an. Weil alle Beteiligten aus einem Bauunternehmen kommen, entstehen keine Reibungsverluste. Das begünstigt einen problemlosen Bauverlauf.
Von Planungsbeginn bis Einzug vergehen meist nur wenige Monate. Nach Vertragsabschluss und grundstücksbezogener Hausplanung folgt die so genannte „Bemusterung“. Die Bauherren wählen in einem Einrichtungszentrum des Herstellers von Bodenbelägen und Dachziegeln bis zu Steckdosen und Lichtschaltern alle Komponenten für den Ausbau ihres Eigenheims aus. Anschließend werden die Bauteile für Wände, Decken und Dach im Werk vorproduziert und in maximal zwei Tagen auf dem Bauplatz zu einem wetterfesten Rohbau montiert. Nach dem Innenausbau ist das Haus bezugsreif.
Der Begriff „schlüsselfertig“ ist rechtlich nicht eindeutig definiert. Allgemein wird darunter verstanden, dass das Haus bewohnbar ist – und deshalb als im Wortsinne „Schlüssel-fertig“ bezeichnet wird. Die Haustechnik ist installiert, die Bodenbeläge liegen und das Badezimmer ist funktionsfähig.
Der Leistungsumfang wird individuell im Bauvertrag zwischen Haushersteller und Bauherr vereinbart. Eine Bau- und Leistungsbeschreibung listet detailliert auf, welche Materialien und Leistungen der Häuslebauer erwirbt. Zwischen der Ausbaustufe „schlüsselfertig“ und einem reinen Rohbau können auch Zwischenstufen verabredet werden. Dazu werden einfach Leistungen aus dem Katalog, der dem Bauvertrag zugrunde gelegt wird, gestrichen.
Fazit: Ein Fertighaus entsteht in kurzer Zeit bis zur schlüsselfertigen Übergabe und spart so dem Bauherren Mehrkosten, die sich unter anderem aus einer etwaigen Doppelbelastung ergeben würden.