Telefon: 0251 / 690 – 49250

Stadt oder Land, Natur oder Kultur?

Beim Grundstückskauf sind Bauplatz und Umgebung entscheidend.

Bin ich ein Land- oder ein Stadtmensch? Möchte ich meine Wurzeln inmitten der Natur schlagen oder suche ich eine Immobilie im städtischen Leben? Diese Fragen sollten zunächst einmal geklärt werden, bevor sich Interessierte auf die Grundstückssuche begeben.
Wer ein Haus bauen möchte, sollte sich in der Planungsphase Zeit nehmen. Es sollten Ausflüge gemacht werden, um verschiedene Baugrundstücke unter die Lupe zu nehmen. Auch Informationen über die Infrastruktur mit Straßen, öffentlichen Verkehrsmitteln, Geschäften, Ärzten, Bildungseinrichtungen und Freizeitangeboten sollten eingeholt werden. Sind Kindergarten, Schulen und Arbeitsplatz gut zu erreichen? Wie wirkt das potentielle Grundstück zu verschiedenen Tageszeiten? Wie sind die Ausrichtung und Sonneneinstrahlung? Wie kann das Haus darauf gebaut werden? Gibt es alten Baumbestand? Für den einen sind urwüchsige Bäume ein Pluspunkt, andere befürchten, dass Haus und Garten zu sehr beschattet werden.

Es schadet nicht, sich mit den künftigen Nachbarn vertraut zu machen – schließlich soll in diesem Umfeld einmal gewohnt werden. Leben hier Familien mit Kindern, Alleinstehende und Rentner bunt gemischt oder ist die Nachbarschaft eher homogen?
Ganz entscheidend ist der Blick in den Bebauungsplan. Dieser kann bei der zuständigen Gemeinde eingesehen werden. Dort kann in Erfahrung gebracht werden, ob in der Nähe des Wahlgrundstücks in Zukunft eine Umgehungsstraße oder ein Industriegebiet gebaut werden soll. Auch gestalterische Auflagen regelt der Bebauungsplan. Das heißt, es dürften unter Umständen nur bestimmte Haustypen errichtet werden. Der Bebauungsplan hält auch fest, ob bestimmte Vorgaben bei Dachformen, Fassaden, Materialien und Farben gelten.

Auch in das Grundbuch sollte vor dem Kauf Einsicht genommen werden. Das Grundbuch ist ein öffentliches Verzeichnis, in dem die Eigentumsverhältnisse sowie etwaige mit dem Grundstück verbundene Rechte und auf ihm liegende Lasten erfasst werden. Es enthält ein Bestandsverzeichnis, das Auskunft über die genaue Lage und Größe des Grundstücks gibt. Auch ein Bodengutachten ist ein absolutes Muss. Es gibt Auskunft über die Bodenbeschaffenheit und ob das Grundstück mit Altlasten verunreinigt ist. Nur so können sich Käufer vor bösen Überraschungen schützen, wie beispielsweise schlechtem Untergrund zum Bauen, hohes Grundwasser, Altlasten wie Öl, Bauschutt oder Asbest.

Das Baulastenverzeichnis gibt Auskunft über die öffentlich-rechtlichen Verpflichtungen, die auf einem Grundstück liegen. Baulasten betreffen zum Beispiel eine Zufahrts- oder eine Abstandsflächen-Baulast für ein anderes, angrenzendes Grundstück. Wird im Grenzabstandsbereich des Nachbarn gebaut, muss dieser eine Baulast auf seinem Grundstück eintragen lassen. Diese Regelung funktioniert meist problemlos, kann allerdings beim Wiederverkauf möglicherweise zu einer Wertminderung des nachbarlichen Grundstücks führen.
Bevor der Kaufvertrag für ein Grundstück unterschrieben wird, sollte er noch einmal von einem Rechtsanwalt überprüft werden. Der Grundstückskauf muss notariell beurkundet werden.