Mit zielgerichteter Sparanlage günstige Zinsen sichern
Der Bauspar-Vertrag hat auch heute noch seine Berechtigung
Bausparen gilt auch heute noch als eine günstige Möglichkeit der Baufinanzierung. In Zeiten niedriger Bankzinsen hat der Bausparvertrag ein wenig an Attraktivität verloren. „Sollten aber die Hypothekenzinsen in ein paar Jahren einige Prozentpunkte höher stehen als heute, kann sich jeder freuen, der über einen zuteilungsreifen Bausparvertrag verfügt“, erklärt Max Herbst auf der Homepage der FMH-Finanzberatung. Er empfiehlt allerdings, für den Erwerb einer Immobilie nicht alles auf die „Bauspar-Karte“ zu setzen. Als zielgerichtete Sparanlage, mit der sich heute schon die Zinsen in zehn bis 15 Jahren sichern lassen, habe die Sparform allerdings eine Berechtigung.
Viele Kunden suchen eine solide Form des Sparens. Das ist das seit dem 19. Jahrhundert bewährte Konzept sicherlich. Angesichts der Vielzahl der heutigen Bauspar-Tarife ist der Laie allerdings schnell überfordert. Welche Kasse das beste Angebot bereithält, lässt sich nicht pauschal sagen. „Entscheidend ist, welche Ziele der Kunde mit dem Bausparen verfolgt“, sagt Max Herbst.
Sparen für den Immobilienkauf
Gut geeignet ist Bausparen für diejenigen, die zielgerichtet für den späteren Kauf eines Hauses oder einer Wohnung sparen wollen. Für Kurzentschlossene ist das Bauspar-Konzept nur begrenzt sinnvoll. Bauherren sollten eine Zeitspanne von sieben bis zehn Jahren einplanen, bevor ihr Bausparvertrag zum Einsatz kommen muss. Auch heute noch gilt der Grundsatz: Bausparen ist Zeit mal Geld.
Bausparen für Modernisierungen
Sinnvoll ist es, einen Bausparvertrag abzuschließen, um Rücklagen für spätere Renovierungen und Modernisierungen der Wohnung oder des Hauses zu bilden. Immobilienbesitzer sichern sich auf diese Weise das günstige Zinsniveau auf viele Jahre im Voraus.
Phasenweise bis zur Auszahlung
Das Bausparen besteht aus mehreren Phasen. Zunächst einmal zahlt der Bausparer seine monatlichen Raten und spart je nach Tarif zwischen 40 und 50 Prozent der vereinbarten Bausparsumme an. Wenn ein Bausparvertrag zugeteilt wird, kann der Bausparer über das Darlehen verfügen. Dazu muss der Vertrag die so genannte Zuteilungsreife erreicht haben: Es muss also ein Mindestguthaben angespart und eine Mindestwartezeit erfüllt sein. Die Mindestwartezeit soll verhindern, dass Sparer schnell viel Geld in ihren Vertrag einzahlen und bereits nach kurzer Zeit ein günstiges Darlehen beanspruchen können. Drittes Kriterium ist die Zielbewertungszahl, die mindestens für die Vertragszuteilung erreicht werden muss. Diese legt jede Bausparkasse für ihre Bausparer fest. Während der Laufzeit des Vertrages wird die Bewertungszahl regelmäßig berechnet, die Berechnungsmethoden variieren bei den einzelnen Bausparkassen.
Nachdem das Darlehen ausgezahlt wurde, beginnt die Tilgungsphase. In der Regel läuft sie über zwölf Jahre.
Niedrige Zinsen sichern
Wer seine Immobilie über einen Bausparvertrag finanzieren möchte, sollte folgende Frage klären: Möchte ich schnell über das Geld verfügen oder kann ich ansparen und mir die niedrigen Zinsen sichern? „Je niedriger der Darlehenszins, desto länger muss der Hauskäufer auf das Darlehen warten“, sagt Finanzberater Herbst. Eine weitere Faustregel lautet: „Je schneller das Geld benötigt wird, desto höher wird die Rückzahlungsrate.“