Auf die Feinheiten achten
Die selbst genutzte Wohnung ist ein sinnvoller Baustein für die Altersvorsorge. Wer bis zum Rentenalter schuldenfrei ist, spart die Miete und hat mehr Geld zur Verfügung. Der Kauf einer Immobilie sollte allerdings genau überlegt sein.
Zunächst einmal sollten Interessenten gut rechnen und realistisch abklären, ob die Finanzierung auf sicheren Füßen steht. Manches Haus musste nach kurzer Zeit wieder verkauft oder zwangsversteigert werden, weil die Finanzierung zu eng wurde.
Welche Art von Immobilie die passende ist, hängt vom Alter und der familiären Situation ab.
Singles oder junge Leute ohne Kinder suchen eine Wohnung in zentraler Lage mit guter Erreichbarkeit von Kultur- und Freizeiteinrichtungen. Die junge Familie zieht es ins Grüne. Sie schätzen das eigene Haus mit Garten und weiteren Familien in der Nachbarschaft. Die Bedürfnisse ändern sich im Laufe des Lebens. Ältere Menschen kommen meist mit weniger Wohnraum aus, dafür sollte die Immobilie möglichst barrierefrei sein. Sie möchten ruhig, aber nicht isoliert wohnen. Einkaufsmöglichkeiten, medizinische Einrichtungen, Cafés oder andere Treffpunkte sollten einfach und schnell zu erreichen sein.
Nicht nur die Bedürfnisse, auch die Lebenssituation von Menschen ändert sich. Daher sollte die Kaufentscheidung auch den Wiederverkaufswert der Immobilie im Blick haben. Ganz entscheidend ist die Lage des Hauses oder der Wohnung. Wichtig ist eine gute Infrastruktur mit Verkehrsanbindung, Einkaufsmöglichkeiten, Erreichbarkeit von Kindergärten, Schulen, Ärzten und öffentlichen Verkehrsmitteln. Kaufinteressenten sollten auch das Umfeld der Immobilie in den Blick nehmen. Handelt es sich um eine ruhige Lage ohne viel Autoverkehr? Befindet sich die Immobilie in einem „guten“ Wohnviertel? Wie ist die Nachbarschaft?
Schnitt und Zimmeraufteilung sollten zunächst einmal den eigenen Bedürfnissen entsprechen. Fehlende Helligkeit in den Räumen, Terrasse zur Nordseite, ein Bad ohne Fenster, viele kleine Räume oder ein großes Haus mit nur zwei bis drei Zimmern, Durchgangszimmer und fehlende Abstellmöglichkeiten mögen zu tolerieren sein – solche Gegebenheiten können später aber den Wiederverkaufswert des Hauses mindern.
Wer eine gebrauchte Immobilie erwirbt, sollte deren Zustand gründlich studieren und den Stand der Haustechnik prüfen. In welchem Zustand befinden sich Fenster, Dach, Dachisolierung, Außenfassade und Heizungsanlage? Gibt es einen Sanierungs- und Renovierungsstau, kommen auf den Käufer hohe Folgekosten zu? Gerade bei Altbauten sollten sich Kaufinteressenten nicht nur vom Charme der Immobilie fesseln lassen. Der Laie ist mit der Bewertung und Einschätzung der Bausubstanz häufig überfordert. Daher ist es ratsam, einen Sachverständigen hinzuzuziehen.
Wesentliche Informationen über den energetischen Zustand gibt der Energiepass, den Gebäude- oder Wohnungsbesitzer beim Verkauf ihres Objekts vorlegen müssen. Die Nebenkosten für Energie sind damit für alle Mieter oder Kaufinteressenten kalkulierbar.
Bevor sich Kaufinteressenten für eine Eigentumswohnung entscheiden, sollten sie die Protokolle der Eigentümerversammlung studieren. Experten raten, sich die Protokolle und eine Ausgabenaufstellung der letzten drei Jahre zeigen zu lassen. Damit erhalten Kaufwillige einen Überblick über ausgeführte Renovierungsarbeiten sowie neu anstehende und bereits beschlossene Maßnahmen. So erfahren Interessenten, ob zusätzlich zum Kaufpreis in naher Zukunft weitere Kosten anfallen. Die Versammlungsprotokolle verraten auch, ob Einigkeit in der Eigentümergemeinschaft herrscht oder sie eventuell zerstritten ist.
Auch sollten Interessenten sich informieren, wie hoch das zu zahlende Hausgeld ist. Dieses muss jeder Wohnungsinhaber zahlen. Das Geld kommt in einen Topf und wird verwendet, wenn Instandsetzungsarbeiten anstehen. Ist das monatlich zu zahlende Hausgeld sehr niedrig und reichen die Rücklagen für große Instandsetzungsmaßnahmen nicht aus, werden die Eigentümer gegebenenfalls mit einer hohen Sonderumlage zur Kasse gebeten.